Erfahrungsbeiträge 2017

Trauertattoo:

In den letzten Jahren tauchte immer wieder ein Thema auf: Tattoos im Kontext der Trauer. Mehrere Publikationen, eine Wanderausstellung und zahlreiche Beiträge in diversen Foren zeugen von einem großen Interesse an diesem Thema. Eine Bucherscheinung aus dem Jahr 2015 haben wir im letzten Jahr vorgestellt.

Nun wollen wir es bei der Aktion Lichtpunkt aufnehmen, da viele Eltern und Geschwister Tattoos "nutzen", um Ihre Trauer zu verarbeiten. 

Auch Erfahrungsberichte sollen sich in diesem Jahr dem Thema "Trauertattoo" widmen. 

Erfahrungsbeiträge 2016

Das Zimmer meines Kindes:

Erfahrungsbeitrag

von Katja GieselerJANA

... um 4:20 Uhr für tot erklärt. Aber ich warte ja immer noch auf Jana, und wenn sie doch wieder kommt, dann hat sie ihr Zimmer und sie sieht, dass wir auf sie gewartet haben. So ist auch das Gefühl, wenn ich in dem Zimmer bin oder auf ihrem Bett liege: Ich warte, dass sie nach Hause kommt. Ich denke, daran wird sich auch nie etwas ändern!!! Und wer weiß: Vielleicht kommt Jana ja doch zu mir zurück?  [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

von Kerstin WalterKIKI

Kikis Zimmer habe ich fotografiert und in meiner neuen Wohnung fast genauso wieder hergerichtet. Heute nach über sieben Jahren weiß ich sicher: Mein geliebtes Kind kommt nicht wieder und braucht jetzt all diese Dinge nicht mehr. Ich spüre aber auch: Kiki ist immer da, in meiner Nähe, unverlierbar …

Ihr Zimmer aber bleibt so. Noch mehr Weniger kann und will ich einfach nicht ertragen.  [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

von Nadja Salzberg: MAX

31. August 2008. Es ist abends, zwei Kripobeamtinnen teilen uns mit, dass du nie wieder nach Hause kommen wirst. Du hast dich für einen anderen Weg entschieden.

Ich kann nicht in der alten Wohnung leben und auch nicht ohne sie. Ich mag die Wohnung nicht mehr verlassen, bin ich aber in ihr, bekomme ich keine Luft. Die ersten Tage öffne ich immer wieder die Tür zu deinem Zimmer. Es ist leer und wirkt kalt. Ich kann mich nicht lange in ihm aufhalten. [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

von Katja Hartzsch: Amélie

Als Amélie am 29.August 2014 für immer in meinen Armen einschlief, saß ich mit ihr gemütlich eingekuschelt auf meinem Bett[…] in unserem gemeinsamen Zimmer. […] Nach und nach wurden die Geräte abgeholt, und das Zimmer begann sich zu verändern. Es zerriss mir das Herz. Menschen in meinem Umfeld nutzten den Umstand und meinten […] ich soll mich endlich von all den Dingen meiner Püppie zu trennen. Es wäre schließlich an der Zeit. Diese Aussagen lösten in mir die nackte Panik aus [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

von Luise Langwald: INIA

Ich habe meine Tochter Inia 2011 verloren. Sie starb im Alter von nur 18 Monaten sehr plötzlich und unerwartet. Ich bin in dieser Nacht nicht mehr aus dem Krankenhaus in unsere Wohnung zurückgekehrt. Inias Zimmer habe ich nach ihrem Tod nur noch ein einziges Mal betreten – als es ausgeräumt wurde. Aber ich erinnere mich gern an dieses Zimmer, auch wenn das Kinderlachen dahin nicht mehr zurückkehrt …. [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

von Elke & Celine Schmieder: Philip

Für mich war sein Zimmer wichtig, als er noch da war. [...] Anders ist das mit seinen persönlichen Dingen: sein Base-Cap, dass er so mochte, Stifte, die er benutzt hatte, Blätter, auf die er geschrieben hatte. Jeden Schmierzettel habe ich aufgehoben. Ich kann das nicht entsorgen. Ich habe alles in Kisten gepackt, an die ich jederzeit herankann.   [weiterlesen]

2015

Wir haben auch in diesem Jahr wieder zu Erfahrungsberichten aufgerufen. Wir widmen uns in diesem Jahr der Aktion Lichtpunkt 2015 dem Thema "Trauer". Es ist ein viel zu großes Wort, dass viel zu viel Inhalt unter sich versammelt. Daher liegt der Fokus bei den Erfahrungsberichten weniger auf dem Thema, als auf der Schilderung des Erlebten. Ein Thema soll manchmal einen Blickwinkel ermöglichen, aber kein Korsett sein. Unser Dank geht an dieser Stelle an die schreibenden Eltern, Geschwister, Großeltern, dass Ihr uns an Euren Geschichten teilhaben lasst und somit auch anderen Menschen Einblicke gewährt in die Vielschichtigkeit, bei gleichzeitiger Ähnlichkeit der Schicksale. 

Erfahrungsbeitrag

von Birgit Rosendahl: Der Abschied von Dennis – mein Weg in die Trauerarbeit

Dann war der Moment gekommen … Der Totenwagen brachte unseren Sohn. Die ersten Minuten gehörten ganz ihm und seiner engsten Familie. Wir sprachen mit ihm, streichelten und küssten unseren Sohn und Bruder ... Seine Lieblingsmusik lief leise im Hintergrund und viele Kerzen brannten. [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

von Pascal Edelstein-Gehrmann: 

 

Wach auf, Clara, wach auf … 

Um 08:30 Uhr rief mich meine Frau an, sie war panisch und schrie: „Sie ist blau, sie atmet nicht mehr!“ Sofort machte ich mich auf dem Weg nach Hause. Als ich dann da war, nickten die Ärzte mir nur noch zu … „Mein Beileid,“ hieß es nur … Mit weinenden Augen schrie ich: „Wo ist meine Frau? und Clara?" [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Marion Dörr (iomio): 

Briefe an Janine

Weihnachten und Silvester könnten ersatzlos gestrichen werden! Ich würde es nicht vermissen. Aber das wäre nicht fair … Es gibt so viele Kinder und Familien auf dieser Erde, die Weihnachten lieben. Das war bei uns ja nicht anders … bis vor 3.031 Tagen!

Nie mehr werde ich Deine leuchtenden Augen sehen und Dein wundervolles Lachen hören und auch nie mehr werde ich hören, wie Du mir sagst … „Mama, ich hab Dich lieb!“" [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Ines Schulze-Schlüter: 

Alle Jahre wieder. Geschwistertrauer in der Weihnachtszeit

18 Jahre ist es jetzt her, dass mein „kleiner“ Bruder Daniel – genannt Dany – von dieser Welt ging. Er war ein knuddeliger Bruder, und ich die sieben Jahre ältere Schwester. Das Thema „Geschwistertrauer“ war und ist jedoch nicht sehr bekannt, obwohl die Beziehung zu Geschwistern mit die längste ist, die wir je im Leben haben – wenn alles gut und richtig läuft. [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Marion Dörr (iomio): 

Briefe an Janine

Marion schreibt regelmäßig Briefe an ihre verstorbene Tochter Janine und veröffentlicht diese auf ihrer Homepage. „Für mich ist es sehr wichtig zu schreiben und auch an Janine/ über Janine zu schreiben, weil ich so eigentlich niemanden habe mit dem ich drüber reden kann!" [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Melanie Heymann: 

Neunzehn Tage. Haileys Geschichte

Auf Grund von Komplikationen an meiner  alten Kaiserschnittnarbe kam sie schon in der 27. SSW zur Welt. Mein damaliger Partner, meine Mutti und ich waren bei ihr, als sie einschlief. Ja, die Trauer ändert sich mit der Zeit. 
Manche sagen, dass es mit der Zeit besser wird, manche, dass es schlimmer wird.
 Ich stehe zwischen drinnen. Mal ist es besser mit der Trauer, mal wieder extremer. [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Kerstin Nishen: Mottis Weg zu den Sternen 

Ich erzähle Euch von meiner Tochter Julia, genannt Motti, meinem einzigen Kind, das nach sechs Jahren in unseren Armen gestorben ist. 

Jule atmete schwer ... Es tat so unendlich weh, ihr nicht helfen zu können. Ich habe innerlich alles zu ihr gesagt, was sie noch wissen sollte. Und dann hab ich ihr gesagt, dass es okay wäre, wenn sie keine Kraft mehr hat. [weiterlesen]

2014

Hier können Sie in den Erfahrungsberichten lesen, die im Rahmen unserer Interviews zum Thema „Abschied“ für die Aktion Lichtpunkt 2014 entstanden sind. Wir haben uns die schriftliche Interviewform entschieden, weil sie den betroffenen Eltern, die hier bereit waren zu schreiben, die größte Entscheidungsfreiheit und Kontrolle über die Freigabe Ihrer Geschichten gibt. Daraus sind sehr unterschiedliche Texte entstanden. Sowohl formal als auch stilistisch ist jeder so individuell, wie die Geschichten, die inhaltlich dahinter stehen. Fast alle Autoren haben uns gesagt, dass es ihnen schwerer fiel, als erwartet; sie dann letztlich aber froh waren, den Text geschrieben zu haben. Wir bedanken uns bei den Eltern für Ihre Texte. 

Erfahrungsbeitrag

Astrid Burkhardt: Mit dem Tod des Kindes stirbt die Zukunft Unser Sohn Jacob starb am 30. September 2011, vier Wochen vor seinem 24. Geburtstag. […] Das schrecklichste Gefühl ist die Endgültigkeit. Zu wissen, dass man das eigene Kind nie wieder sehen wird. Mit dem Tod des Kindes stirbt die Zukunft. [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Katja H.: Jeder Tag mit ihr war ein Geschenk

„Ein Todesurteil – brutal an den Kopf geknallt. Ich solle die Grenzen der Natur akzeptieren lernen und mir mein Leben mit meinen Mädels noch so schön wie möglich machen. Ich habe zwar zuvor schon einmal gesagt bekommen, dass ich damit rechnen muss, Amélie nicht lang bei uns zu haben, aber das war dann doch zu heftig für mich…" [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Nadja Salzberg: Wie sich Endgültigkeit anfühlt

Jedes Mal, wenn ich am Einschlafen war, sah ich Max’ Gesicht, sah das offene Fenster, sah Max springen [...] Rückblickend der größte Fehler, den ich je begangen habe, ist, mich nicht von meinem Kind verabschiedet, ihn nicht noch einmal gesehen, ihn nicht noch einmal berührt zu haben,[...]. Mit meinem heutigen Wissen wäre mir das nicht passiert, ich hätte gewusst, was ich alles darf, was möglich ist.[weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Kerstin Krauße: Meine Kinder geben mir die Kraft, optimistisch nach vorn zu schauen

Das schrecklichste Gefühl: Leere!!! Keine Aussicht!!! Keine Pläne!!! Keine lachenden Kinder, keine wärmenden Kinderhände, keine süßen Mäuse, die sich nachts ins Bett kuscheln. Keine bedingungslose und dankbare Liebe… […] Zu diesem Zeitpunkt wussten wir bereits, dass mein Mann den Brand vorsätzlich gelegt hat und sich und die Kinder töten wollte. Meine Tochter hat er zuvor mit Alkohol betäubt, meinem Sohn die Luftröhre durchgeschnitten." [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Antje Beyer: Das Leben geht wohl weiter – im Moment aber ohne uns

„Geboren, um zu leben und nicht, um mit 24 Jahren zu sterben. [...] Um 6.12 Uhr kommt der Anruf... und seit dieser Sekunde steht die Welt still. [...] die Stimme bittet mich, sofort zu kommen. Auf meine Nachfrage was los sei, kommt der kurze Satz: "Ihr Sohn ist tot".“

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Erfahrungsbeitrag

Anonym: Tröstlich ist das Gefühl, dass ich meinen Sohn spüren kann

Eine einfache Grippe? Ein Fieberkrampf? Tödlich? Unsere Familie fiel dadurch komplett auseinander. Zuerst blieben die Großeltern, dann die Tanten und Onkel und zum Schluss fast alle Freunde fern.“ [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Ira & Stefan BiederDu hast uns trotzdem zu stolzen Eltern gemacht

Gegen 3:50 Uhr wurden wir gefragt, ob wir unseren Sohn sehen möchten. Ich hatte Bedenken, denn ich war noch gar nicht ganz dabei. Stefan wollte ihn aber sehen und so brachten uns die Schwestern uns unseren Sohn, Hennes Leevi. Er sah so friedlich aus, aber auch ihm sah man die Strapazen an. 

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Erfahrungsbeitrag

Britta Walper: Claras Geschichte

„Am Abend habe ich noch sehr lange an Claras (19) Bett gesessen und ihr meine unendliche Liebe zu ihr geschildert. […] Da sie nicht mehr sprechen konnte, nahm sie meine Hand und küsste sie immer wieder. […] Der Moment, wo das eigene Kind im Sarg aus dem Haus getragen wird, ist einfach kaum zu ertragen.“

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Erfahrungsbeitrag

Martina Hosse-Dolega: Ohne Wort - nur das Herz umfängt sanft die Erinnerung

Dem Himmel so nah fühle ich mich seit den Ereignissen in den Jahren 1993 und 1994, die mich und mein Leben - und natürlich auch das meiner Familie - für alle Zeit prägten. Mein Lebenstraum, meine Wünsche, Träume und Hoffnungen endeten innerhalb eines Atemzuges. 

TEIL 1     TEIL 2     TEIL 3    TEIL 4

2013, 2012

Erfahrungsbeitrag

Helene Langen: Für Monika

Das Leben lief wie heruntergespult an uns vorbei. Viele Fragen blieben offen. Hat sie nach uns gerufen in ihrer Todesangst? Wie lange musste sie leiden, den Tod vor Augen? [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Über Keke Wanda Kasa N., vom Papa

Kim Berra schreibt unter seinem Pseudonym über Männer, Genderthemen, Antisemitismus und Randbeobachtungen. Er ist Autor und Beobachter.

Und er ist ein verwaister Vater, der hier seine Geschichte erzählt. [weiterlesen]

Erfahrungsbeitrag

Tills Reise zu den Sternen

Brigitte Trümpy hat ihren Enkelsohn Till verloren. Hier erzählt sie ihre Geschichte. Es ist eine Geschichte von Angst, Hoffnung und Ergeben, von einem viel zu kurzen Leben und von viel Kraft. [weiterlesen]

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Eure Gedanken und Gefühle sind uns wichtig! Sie machen es den Menschen möglich, sich zu identifizieren, sich zu solidarisieren und Verständnis zu erzeugen.

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